"Fraunhofer Saitenmusik"
Donauwörth - "Fraunhofer Saitenmusik" - das klingt nach traditioneller alpenländischer Volksmusik...aber rein "stubenmusikalisch"
war's nicht. Stattdessen erwartete den Zuhörer eine Reise durch die vielen Facetten der Volksmusik von Nord nach Süd (und selbstredend
auch von Ost nach West), vom 15. bis ins 20. Jahrhundert, und - vielleicht etwas unerwartet - aus der Feder so namhafter Komponisten wie
Georg Friedrich Händel, Bach, Jean Baptiste Lully. Gerade die Stücke von Händel zeigten den kongenialen Ansatz der "Saitenmusiker"
("volks"-)musikwissenschaftliche Archäologie und klingende Interpretation stimmig zu verbinden...Auf diese Weise erlebte das Publikum die
überzeugende "volksmusikalische" Wiedergeburt von Kompositionen Bachs oder Carl Orffs, immer auch geschickt kombiniert mit "richtiger"
Volksmusik. Dass sich Letztere in der Komplexität durchaus auch mit Werken namhafter Komponisten messen lassen konnte, zeigte die
Interpretation von Schützentänzen aus dem 18./19. Jahrhundert aus dem Raum Bad Aussee im ungewöhnlichen 5/8-Takt...
Donauwörther Zeitung vom 3.11.11
Jenseits von Zeit und Raum
Aßling - ...Und doch schafft die Gruppe es, all diese
höchst unterschiedlichen Quellen mit großem Sachverstand,
Einfühlsamkeit und hohem Können zusammenzuführen und zu
diesem unverwechselbaren "Fraunhofer"-Klang zu
formen.
Schon nach den ersten Stücken ist man fasziniert von den
Leistungen der drei Erzmusikanten. Da lässt Heidi Zink
eindrucksvoll die Klöppel ihres Hackbretts...über die
Tasten tanzen, dann wieder spielt sie sehr gefühlvoll auf
der Blockflöte eine irische Weise. Gerhard Zink entlockt
seinem Kontrabass, zupfend oder streichend, eine
erstaunliche Farbigkeit. Herrlich, wenn er ein liebliches
französisches Frühlingslied ironisch auf seinem tiefen
Bass nachbrummen lässt.
Richard Kurländer seinerseits ist ein Meister der Harfe,
der die meist vom Hackbrett vorgegeben Melodien aufnimmt und
in vielfältigen Variationen umspielt. Alle Arrangements
sind außerordentlich geschickt aufgebaut und absolut
stilsicher...
Am Ende des Abends hatte man mit der Fraunhofer Saitenmusik
eine spannende Reise durch Europas musikalisches Erbe
gemacht, Zeiten und Räume mühelos überwunden.
Süddeutsche Zeitung 26.1.2009
Weisen voller Sehnsucht und Seele
Dießen - Es war wieder wie ein Besuch bei Freunden. Zu
Heilig Drei König bescherte die Fraunhofer Saitenmusik im
Dießener Traidtkasten noch einen letzten Glanz zum Ausklang
der Weihnachtszeit. Heidi Zink bezauberte mit ihrem innigen
Vortrag auf dem Hackbrett, entlockte dem Instrument so viel
Seele, dass man unwillkürlich an die guten alten Zeiten
denken musste, in denen Volksmusik nicht nur im
Musikantenstadl präsentiert wurde. Zusammen mit Richard
Kurländer lieferte sie zauberhaft inspirierende
musikalische Dialoge. Gerhard Zink umrankte die lyrischen
Weisen hingebungsvoll mit seinem Bass - am Schönsten, wenn
er ihn nicht als Rhythmusinstrument nützte, sondern
melodiös mit dem Bogen strich.
Landler und temperamentvolle Tanzstücke brachten einen
lebhaften Kontrast zu den vorwiegend lyrischen und
sehnsuchtsvollen Weisen, die sich die Truppe für ihr
nachweihnachtliches Programm ausgedacht hat...Seltsam mutet
der leicht metallische Klang des Hackbretts an, zu dem
Richard Kurländer zeitweise griff, um in Abwechslung zu
seinem meisterhaften Harfenspiel Zinks Hackbrett im Duett zu
ergänzen.
Süddeutsche Zeitung 7.1.2009
Die schönsten Melodien aller Länder
Seefeld - Sie sind Reisende in Sachen Musik. Sei es
Skandinavien, Tirol oder Ungarn, sei es das 16. Jahrhundert
in Frankreich oder das Berlin von heute: die Fraunhofer
filtern zielstrebig die schönsten Melodien aller Länder
und Zeiten heraus...Diese Handschrift geht auf Richard
Kurländer zurück, der virtuos Harfe, Appenzeller
Hackbrett, Hirtenzither wechselt und auch mal zur Gitarre
greift. Heidi Zink ist zuständig für die tragende Stimme
durch ein feines, schwingendes, Rhythmen-wechselndes Spiel
am Hackbrett oder ausdrucksstark an den Blockflöten.
Gerhard Zink am Bass ist eine so perfekte Unterstützung,
dass man ihn sich manchmal mehr in den Vordergrund wünscht.
In Seefeld zogen alle drei alle Register ihres Könnens:
Böhmische Inspirationen, immer wieder die eigentümlichen
Mazurkas, zwischendurch ein "Tyroler Hopser" oder
Schützentänze, dann wieder nordische Nachdenklichkeit.
Höhepunkte der Bandbreite sind ein barocker Kanon, deren
Streicher kurzerhand durch Harfe und Hackbrett ersetzt
wurden sowie ein Kavalierstanz an der Harfe, der nicht nur
Kurländer fatal an Led Zeppelins "Stairway to Heaven"
erinnerte. Da eröffnen sich noch ganz andere Dimensionen
für weitere 30 Jahre Saitenmusik.
Süddeutsche Zeitung 8.12.2008
Grenzenloser Saitenwechsel
Elsenfeld - Sehr sorgfältig picken sich die Fraunhofer
die Rosinen aus den musikalischen Kuchen einer Region oder
Zeit. Und formen sie mit Hilfe von Kurländers Arrangements
um zu einem Stück von ihnen selbst. So ergeht es auch
Klassikern der Musik: Pachelbels berühmter Kanon bekommt
einen neuen Klang und Friedrich Burgmüllers Klavieretüde
"Die Schwalbe" flattert klangvoll über Harfe und
Hackbrett...Große Vielfalt im Klang und in den Stimmungen
tragen die Fraunhofer ganz unaufgeregt zusammen. Damit
schaffen sie etwas Besonderes in der Folkloreszene - egal ob
im Wirtshaus, in der Stube oder wie hier in der Kirche.
Main-Echo 15.10.2008
Leichtigkeit der Volksmusik
Unterhaching - Es ist ein wohltuend anderes Bild von
Volksmusik, das die Fraunhofer Saitenmusik entwirft - eines,
das sich jeder sturen Beschränkung auf künstlich
nachgezeichnete Traditionslinien und engumrissenen
Definitionen von Brauchtum verweigert.
Gute Musik spielt sich eben nicht in einem abgeschlossenen
Raum ab und wenn Richard Kurländer, Heidi und Gerhard Zink
ihre musikalischen Entdeckungsreisen antreten, sind sie
offen für das, was ihnen dabei begegnet...Viele der
Vorlagen dazu stammen von befreundeten Musikern...getreu der
Maxime, dass musikalischer Austausch den eigenen Horizont
erweitert.
Dabei fiel einmal mehr das feine Gespür auf, mit der die
Gruppe die verschiedensten Vorlagen für ihre Besetzung mit
Hackbrett, Harfe und Kontrabass arrangiert, Stimmen ergänzt
und Stücke aneinanderreiht, so dass sich der wohltuende
Eindruck einstellte, einem großen Ganzen mit vielen kleinen
Facetten zu lauschen...
Bei der Fraunhofer Saitenmusik dominieren die leisen Töne,
nicht zuletzt in den Ansagen, die gemütlich
unprätentiösen Plauderton gehalten werden. Dass sich
dahinter ein gehöriges Maß an Virtuosität verbirgt,
lässt sich dennoch unschwer überhören.
Süddeutsche Zeitung 29.9.2008
Alpenglühn und Belt-Rauschen
Kiel - ...Musik, besonders Volksmusik, ist international,
immer schon die Grenzen von Zeiten und Kulturräumen
überschreitend. Das verdeutlichen Heidi Zink, Richard
Kurländer und Gerhard Zink im Hof Akkerboom. Und die meiste
Musik ist Tanzmusik, dadurch besonders melodisch und
rhythmisch zugespitzt. Erst im 20. Jahrhundert...hat man
begonnen, die Volksmusiken systematisch zu erforschen und zu
erfassen - Ensembles wie die Fraunhofer Saitenmusik, die
heuer ihr 30. Bühnenjubiläum feiern, waren
daran...wesentlich beteiligt.
Nicht nur allerlei selbst im Mollton unbändig lebenslustige
und melodiehypnotische Landler und Mazurken - auch solche,
die im Geist der Volksmusiken, aus denen sie stammen, selbst
komponiert wurden - haben die Münchner im Programm, auch
"Klassik" von Barock bis Romantik. Fraunhofers
dreistimmige Version von Johann Pachelbels Kanon in D wirkt
dabei ebenso transparent und feingliedrig in der
Stimmführung der ungewöhnlichen Klangfarbenkombination wie
die transkribierte Pastorale aus einem Streichtrio von
Joseph Haydn. Besonders interessant ist dabei das Hackbrett,
das die Fraunhofer in seiner erst in den 1940er Jahren
entwickelten Salzburger wie auch in der älteren Appenzeller
Variante spielen. Noch interessanter aber, wie sich Alpen
und Belt gegenseitig befruchten. So klingen die schnurrigen
Vindmoeller, ausgegraben von den Kollegen Haugaard &
Hoirup, wienerisch walzernd, während die von ...Malbrook
gespielte Malmazurka auch im winterlichen Malmö getanzt
werden könnte, so archaisch nordisch mutet sie an. Ungemein
kurzweilig - zudem lehrreich - vergeht der "vielsaitige"
Sonntagnachmittag wie im Galopp.
Kieler Nachrichten 8.4.2008
Alpenglühn und Belt-Rauschen
…Nicht nur selbst im Mollton unbändig lebenslustige und melodiehypnotische Landler und Mazurken - auch solche, die im Geist der Volksmusiken, aus denen sie stammen, selbst komponiert wurden - haben die Münchener im Programm, auch "Klassik" vom Barock bis Romantik. Fraunhofers dreistimmige Version von Johann Pachelbels Kanon in D wirkt dabei besonders transparent und feingliedrig in der Stimmführung der ungewöhnlichen Klangfarbenkombination wie die
transkribierte Pastorale aus einem Streichtrio von Joseph Haydn. Besonders interessant ist dabei das Hackbrett, das die Fraunhofer in seiner erst in den späten 1940er Jahren entwickelten Salzburger wie auch in der älteren Appenzeller Variante spielen. Während das Salzburger Hackbrett sich als Klangfarbenchamäleon erweist, klingt das Appenzeller intimer, metallischer, zirpender.
Kieler Nachrichten, 8.4.2008
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